Drucken
Zugriffe: 2580

10. März 2020

LESERBRIEF* - zur Umfahrung von Hagsfeld und Rintheim

Im April 2014 waren sich alle Parteien und Gruppierungen einig, dass Hagsfeld eine Entlastungsstraße braucht. Auch die Grünen, denen aber die beiden vorgestellten Trog-varianten zwischen 65 und 80 Mio zu teuer erschienen und die nach einer kostengünstigeren Lösung verlangten.Schon damals galt die Regel, dass das Land nur Zuschüsse für Projekte bis 50 Mio gewähren kann, darüber hinaus wäre eine Beteiligung des Bundes nötig und der war aber aus dem Projekt der Nordtangente ausgestiegen. Selbst OB Mentrup stellte fest, dass eine Finanzierung des Projektes schwierig sei.

Wie Sauerbier hatte ich damals eine Brücke über die Bahn vorgeschlagen, mit begrüntem Strassendamm beidseitig, Kosten 6 bis 8 Mio, Bauzeit ein Jahr.

Dafür gäbe es Landeszuschuss von wenigstens 50 %, also entstünde für den städtischen Haushalt eine Belastung von maximal 4 Mio. Wenn jetzt die Verwaltung eine aufgeständerte Monsterbrücke für 52 Mio als Variante präsentiert, gehe ich davon aus, dass diese kein Interesse an einer Entlastungsstraße hat.

Ausgerechnet die sich zum wirtschaftlichen Denken und Handeln bekennende CDU bevorzugt auf Teufel komm raus immer noch die teuere Trogvariante. Schwer nachzuvollziehen ist, welche Überlegungen dahinter stecken, für eine örtliche Verbindungsstraße unbedingt sehr viel Geld, das ohnehin nicht vorhanden ist, zum Fenster hinaus zu werfen, wenn man das Verkehrsproblem auch billiger realisieren kann? Solche Tröge im Grundwasser sind bau-und unterhaltsaufwändig, in Untergrombach z.B. musste jahrelang nachgebessert werden, um den Trog dort dicht zu bekommen. Ausserdem wurde 2014 festgestellt, dass die geplante Trasse durch ökologisch unsensibles Gelände führt.

Wenn CDU Gemeinderat Hofmann in den BNN vom 13. Februar sehr laienhaft behauptet, bei einer "höher gelegten Straße" sei mit "mehr Lärm und Schadstoffen" zu rechnen stellt sich mir die nächste Frage, ob in einem Trog die Kfz keinen Lärm und keine Schadstoffe produzieren? Bekanntlich strahlen Schall und Abgase nach oben ab. Beim Trog verteilen sich Lärm und Abgase dann auf Geländeebene. Das Gelände dort ist ohnehin bereits jetzt sehr stark verlärmt. Schon 2014 hatte die Verwaltung ein Lärmgutachten versprochen, das m.W. noch nicht erstellt wurde. So lange es das nicht gibt, entsprechen emotionale Behauptungen über die Lärmentwicklung wie einem Stochern im Nebel.

Zum Schluss: Zieht man von der von der CDU favorisierten 65 Mio Variante meine bezuschussten Baukosten von 4 Mio ab, verbleiben 61 Mio, für die alternativ 200 Sozialwohnungen gebaut werden könnten.

Ullrich Müller
Dipl.-Ing. (FH) für Verkehrsbau

*LESERBRIEFE geben in 1. Linie die Meinung der Leserbriefschreiber wieder